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Sri Lanka hat ca. 21 Millionen Einwohner. Das aktuelle jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 0,7%. (Quelle: www.statistics.gov.lk; Department of Census and Statistics-Sri Lanka).

Die ethnische Zusammensetzung ist äußerst heterogen.

  • 74 % sind Singhalesen und stellen somit die größte Volksgruppe dar
  • 17 %  sind den Tamilen die vorwiegend im Norden und Osten des Landes und in der Hauptstadt Colombo leben. Sie unterteilen sich in „Sri-Lanka-Tamilen“ und „Indische Tamilen
  • 8,6 % sind Moors (Sri-Lankische Mauren), tamilisch sprachige Nachkommen arabischer Muslime sowie Nachkommen malaiischer Minderheiten.
  • 600 Veddas gehören zu den Ureinwohnern der Insel und bilden eine Minderheit, deren Kultur vom Aussterben bedroht ist.

Bildung:

Sri Lankas Alphabetisierungsrate ist mit (91%) eine der höchsten im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern.  Fast 95 % der jungen Erwachsenen können lesen und schreiben. Bildung spielt in Sri Lanka eine große Rolle. Die Schulausbildung in den staatlichen Schulen ist kostenlos und es besteht Schulpflicht. Viele Kinder besuchen noch die „private classes“ um den Kindern eine bessere Bildung zukommen zu lassen, da die Klassen sehr groß sind und die Kinder mit dem Unterricht überfordert sind.

Stellung der Frauen:

Die Emanzipation der Frauen schreitet auch in Sri Lanka fort, hauptsächlich im Großraum der Hauptstadt Colombo, was für die Männer ein Problem darstellt. Laut einer Studie sind 36% der berufstätigen Frauen unverheiratet. Entscheidet sich die Frau zu heiraten, gibt sie auf Wunsch des Mannes oftmals ihre Berufstätigkeit auf. Der Mann ist das Familienoberhaupt und bestimmt das Familienleben. Die Heirat ist für den Großteil der Frauen immer noch der größte Wunsch in der Hoffnung auf Glück und Sicherheit. Die Jungfräulichkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Ehepartner werden oft von den Eltern ausgesucht „arrangierte Ehen“. Die Heiratsanzeigen in den Zeitungen geben einen kleinen Einblick, welche Gesellschaftliche Stellung erwartet wird. Jung verliebte Paare, die nicht die Einwilligung der Eltern haben oder keine Mitgift ermöglichen können, laufen von zu Hause weg und heiraten meist noch am gleichen Tag, um den Zugriff der Eltern oder Polizei zu entkommen. Eine Heirat zwischen den ethnischen Gruppen ist sehr selten.

Männliche Übergriffe auf Frauen sind nicht so ausgeprägt wie in Indien, jedoch vermeiden die Frauen alleine zu reisen oder Taxi zu fahren, um eine Gefährdung auszuschließen.

Junge Mädchen werden von den Müttern und Brüdern behütet, insbesondere ab dem Zeitpunkt ihrer 1. Periode. Die 1. Periode der Töchter wird mit dem „Big girls day“ wie eine große Hochzeit gefeiert. Mit einem speziellen Ritual wird das Mädchen gewaschen und darf für 1 Woche nur von Frauen gesehen werden. Danach werden alle Familienangehörige, Verwandte und Freunde eingeladen. Nicht selten kommen mehrere hundert Menschen. Das Geldgeschenk der Gäste reicht nicht immer für die Unkosten des Festes.

Sitten und Bräuche:

Folgt man einer Einladung zum Essen in einer einheimischen Familie, stehen verschieden Schalen mit Reis und Curry auf dem Tisch, abgedeckt mit Zeitungspapier. Der Gast ist König, er sitzt allein am Tisch und die Gastgeber stehen abseits, bis das Essen beendet ist. Anschließend isst die Familie in der Küche.

Die linke Hand gilt als unrein – sie hat auf dem Esstisch nichts zu suchen und wird bei Begrüßungen nicht gereicht. Es ist allgemein nicht üblich sich die Hand bei der Begrüßung zu reichen.

Beim Betreten des Hauses werden die Schuhe ausgezogen. Im Sitzen zeigen die nackten Füße nicht zu anderen Menschen. Insbesondere auch bei einem Besuch im Tempel. Dies ist eine große Beleidigung, denn Füße gelten als unrein.

Übergibt der Gast  ein kleines Geschenk dem Gastgeber zum Dank, wird es unausgepackt zur Seite gelegt, ohne dass gedankt wird. Es zählt nur der Akt des Schenkens, nicht der Wert oder die Größe!

Kopfschütteln bedeutet in Sri Lanka „Ja“ und wird mit einer besonderen Technik perfekt beherrscht.

Kleidung der Einheimischen:

Das traditionelle Beinkleid der Männer auf Sri Lanka ist der Sarong, ein langes Stück Stoff, das in der Taille zusammengeknotet und hosenartig um die Beine geschlungen wird.

Der Sari wird von den älteren Frauen noch überwiegend getragen, bei den jungen Frauen dienst er als Dienstkleidung. Bei religiösen Festen wird der weiße Sari angezogen. Ein Sari besteht aus einem ungefähr sechs Meter langen, rechteckigen Tuch, das am Ende oft eine breite Schmuckborte besitzt. Ein Sari ist in drei Teile aufgeteilt, dem dekorativ gestalteten Schulterstück, den schlichten Korpus und die abschließende schmuckvolle Borte am fußläufigen Saum. Am Oberkörper trägt die Frau eine kurze Bluse (Choli) in der Farbe des Saris, darunter einen Unterrock. Am 1. Hochzeitstag wird ein weißer Sari von der Braut getragen, am 2. Hochzeitstag ein roter Sari.

Ein Bindi ist ein aufgemalter oder aufgeklebter Punkt mitten auf der Stirn zwischen den Augenbrauen. Im hinduistischen Glauben gilt die Region zwischen den Augenbrauen als Sitz des sechsten Chakra (Zentrum der Energie) und des geheimen Wissens.
Ein roter Punkt auf der Stirn gilt traditionell als Zeichen der verheirateten Frau. Darüber hinaus erhalten beim Tempelbesuch alle Gäste einen roten Punkt als Segenszeichen.

Feiertage

Jeder Vollmond ist für die Buddhisten ein Feiertag, der als Poya bekannt ist. Dabei besuchen die Buddhisten ihren Tempel zur rituellen Verehrung von Buddha.